Die Geschichte hinter der Entwicklung

Die Geschichte hinter der Entwicklung

POLIFILM Gesellschafter Christian Runkel im Interview über seine Idee zur Folie, die Motivation seiner Mitarbeiter/innen und warum uns das Thema antiviral auch noch nach der Pandemie begleiten wird.

Herr Runkel, was war der Treiber für Ihre Idee?  
Wir bei POLIFILM sind immer am Puls der Zeit und suchen aktiv nach Lösungen für die aktuellen und kommenden Bedürfnisse unserer Kunden. Daher lag es für mich auf der Hand, dass auch wir einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. Zudem war ich selbst auf der Suche nach einer Möglichkeit, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich vor Infektionen im laufenden Betrieb zu schützen.

Wie wurde aus der Idee dann eine Folie mit antiviralen Eigenschaften?
Mir war es wichtig, mit dem zu helfen, was wir selbst am besten Können: Folien. Der Schutz ist dabei Kernmerkmal, egal ob wir von Schutzfolien im klassischen Sinne oder Stretchfolien zur Sicherung von Ladeeinheiten sprechen. Zudem produzieren wir seit Jahren erfolgreich antibakterielle Folien, die zu sogenannten Tacky Mats verarbeitet werden. Das sind Matten, die in Bereichen mit hohen Hygienestandards ausgelegt werden, um Bakterien von Schuhsohlen zu lösen. Wir mussten vereinfacht gesagt also nur noch die Technologie auf Viren übertragen.

Wie gelang Ihnen das?
Insbesondere durch die international übergreifende Zusammenarbeit unserer Entwicklerteams. In dem Fall war die Pandemie Fluch & Treiber zugleich. Denn mit der Thematik konnten sich alle identifizieren, die Kollegen und Kolleginnen in Israel genauso wie das Team in Sachsen-Anhalt. Jeder war selbst betroffen, wodurch die Motivation noch einmal eine ganz andere war. Daher dauerte es nicht lange, dass man sich durch den engen Austausch an Wissen und Erfahrung auf den Einsatz von Silber-Ionen zur Reduzierung der Erreger einigte und mit Testproduktionen begann.

Was war die größte Herausforderung dabei?
Ein Labor mit freien Kapazitäten zur Testung der Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 zu finden. Standard-Tests zur Bestätigung der antibakteriellen Eigenschaft gegen E.Coli und S.aureus waren schnell verfügbar. Labore, die auf den grassierenden Virus testen konnten, aber insbesondere zu dem frühen Zeitpunkt der Pandemie, zu dem wir loslegten, nicht. Das hielt uns in der Vermarktung zurück. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir keine Zeit verlieren dürfen.

Inwiefern hat die Lösung denn für Sie eine Zukunftsfähigkeit? Schließlich hoffen wir doch alle, dass die Pandemie vorbei geht.
Glauben Sie mir, dass hoffen auch wir inständig. Was aber definitiv nicht vorbeigehen wird, ist das Vorkommen von Krankheitserregern auf Oberflächen. Zwar setzen wir alle darauf, dass diese weniger drastisch ausfallen als Corona, aber es wird immer genug Keime geben, die zu Infektionen führen. Ein dauerhaft hoher Hygienestandard wird daher auch in Zukunft Pflicht sein. Und zu diesem tragen unsere Lösungen bei.

Denken Ihre Kunden genauso oder wird es eine Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Lektion?
Wir vernehmen bereits jetzt vermehrt Stimmen im Markt, die verdeutlichen, dass antivirale Folien mehr als eine Überbrückungshilfe sind. Viele Unternehmen sind auf der Suche nach Lösungen, um Arbeitsplätze langfristig reiner zu gestalten und so das innerbetriebliche Ansteckungsrisiko zu senken. Stichwort: Krankheitstage.

Das heißt, antivirale Folien wirken nicht nur gegen Corona?
Nein, mit der verwendeten Technologie kann eine Vielzahl von Viren auf Oberflächen reduziert werden.

Welche wären das zum Beispiel?
Dabei handelt es sich vor allem um geläufige Erreger des Typus behüllte Viren. Eine genaue Übersicht wird veröffentlicht sobald die finalen Testergebnisse vorliegen.

Stichwort Zukunft – was werden Sie als erstes machen, wenn die Pandemie vorbei ist?
Wieder Restaurants besuchen und reisen und dabei hoffentlich auf zahlreiche Anwendungsbeispiele unserer Folien treffen.